V) Periphere Nervenchirurgie:
Die Periphere Nervenchirurgie behandelt durchtrennte Nerven und
behebt Verengungen des Nervenkanals, die zu Gefühlsstörungen
und Schmerzen führen.
Brachialisparese - Karpaltunnelsyndrom
- Sulcus Nervi Ulnaris Syndrom - Tarsaltunnelsyndrom
- Nervenverletzungen / Nerventransplantation
- Nerventumore
Stellt eine sehr komplexe Verletzung dar (meist nach Motorradunfällen),
bei der eine komplette oder teilweise Gebrauchsunfähigkeit der
betroffenen Extremität aufgrund von Durchtrennung / Ausreißen
des Plexus brachialis (Nervenbündelgeflecht der oberen Extremität)
besteht. Abhängig vom Verletzungsmuster gibt es eine Reihe von
Behandlungsmöglichkeiten. Es ist aber auf jeden Fall eine interdisziplinäre
Zusammenarbeit mit der Neurologie und der Physikalischen Medizin erforderlich.
Engpasssyndrome:
Durch die gegebenen anatomischen Strukturen des Körpers kann
es in bestimmten Bereichen zu einer Kompression von Nerven kommen.
Die häufigsten Veränderungen dieser Art sind:
im Bereich der oberen Extremität:
Dieses Krankheitsbild entsteht aufgrund einer Nerveneinengung im
Bereich des Unterarmes bzw. der Hand, die von 3 Nerven versorgt werden
(N.ulnaris, N.medianus, N.radialis).
Es kann zu Sensibilitätsstörungen in den Fingerspitzen (Taubheitsgefühl,
Abnahme des Tastsinnes), Kraftlosigkeit in den Händen und Nachtschmerzen
in den Fingern kommen.
Ursachen dieser Nerveneinengungen können Entzündungen sein
(Rheuma, ...), Veränderungen des Hormonhaushaltes (Schwangerschaft,
...), Narben nach Verletzungen von Gewebe oder Knochen.
Im Zuge einer Operation kann der Nervenkanal erweitert werden und
das Krankheitsbild sollte vergehen. Die rechtzeitige Diagnose ist
beim KTS besonders wichtig, da gänzlich zerstörte Nervenstränge
irreparabel sind.
Die Diagnose aufgrund der klinischen Voruntersuchung wird durch eine
Messung der Nervenleitgeschwindigkeit sowie einen Ultraschallbefund
untermauert.
Ein Spitalsaufenthalt von ein bis zwei Tagen ist nach der Operation
erforderlich. Ebenso wird ein Gips zur Ruhigstellung getragen. In
der Regel verschwindet der Nachtschmerz unmittelbar nach der Operation.
Ein Engpass im Bereich des Ellenbogens oder im Bereich des Handgelenkes,
der den Nervus ulnaris irritiert, kann dieses Syndrom auslösen,
welches sich anfangs durch Gefühlsstörungen im Klein- oder
Ringfinger bemerkbar macht. Später kommt es zu einem Schwund
der Handbinnenmuskulatur und Störungen der Feinmotorik bzw. Ungeschicklichkeit.
Bei der Operation wird der Engpass erweitert. Ein stationärer
Aufenthalt von 2 – 3 Tagen ist erforderlich.
im Bereich der unteren Extremität:
Ein Engpass im Bereich der Innenseite des Sprunggelenkes, der den
Nervus tibialis irritiert, kann dieses Syndrom auslösen, welches
sich anfangs durch Gefühlsstörungen an der Fußsohle
bemerkbar macht. Später kommt es zu einem Muskelschwund am Fuß.
Bei der Operation wird der Engpass erweitert. Ein stationärer
Aufenthalt von einigen Tagen ist erforderlich.
Bei Verletzungen im Bereich des peripheren Nervensystems (nach Unfall
oder iatrogen) ist eine mikrochirurgische Wiederherstellung möglich.
Frisch durchtrennte Nerven werden direkt genäht, bei älteren
Verletzungen kann zur Überbrückung einer Defektstrecke eine
Nerventransplantation erforderlich sein. Am häufigsten werden
der N.suralis, N.saphenus und N.cutaneus antebrachii verwendet. Die
Transplantate dienen als Leitschiene für den geschädigten
Nerv, der 1-2 mm pro Tag wächst.
Schwannome (Tumore des Nervenhüllengewebes) und Neurofibrome
(Tumore des Nervenbindegewebes) können gut- oder bösartig
sein. Bei gutartigen Schwannomen ist eine operative Entfernung oft
ohne jegliche Schädigung des Nervs möglich.
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